Ein Leben nach dem Partyrausch

Genußsucht und Partysucht sind in unserer Gesellschaft eher Randthemen, die nur selten zur Sprache kommen. Das liegt einerseits daran, dass Betroffene diese Krankheit nur schwerfällig als solche erkennen und dann auch nur ungern darüber reden. Auf gewisse Weise ist jeder von uns ein wenig genußsüchtig. Schließlich tun alle Menschen in ihrer Freizeit meist etwas, das ihnen Spaß macht. Das ist aber noch lange keine Genußsucht.

Mit Genußsucht wird in der Regel das exzessive Feiern und Ausgehen bezeichnet, weshalb sich diese Sucht meistens als Partysucht äußert. Betroffenen geht es oft so, dass sie langsam in die Sucht hinein gleiten. Wer viel feiert, vor allem in jungen Jahren, dem wird das nicht gleich zum Verhängnis. Wer jedoch auch im Alter von dreißig und vierzig noch jedes Wochenende die Nächte durchfeiert, sich von Hamburg bis Köln durch die Partyszene schlängelt, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick, einem Seitensprung oder gar BDSM genannten Fesselspielen, der hat in jedem Fall die Kontrolle über sein Konsumverhalten verloren. Partysucht ist eng verwandt mit der Spielsucht und der Sexsucht, oft sind andere Drogen im Spiel; und Alkohol und Partydrogen gehören zu einem Wochenende wie die Luft zum Atmen. Ob die Reeperbahn in Hamburg oder ein Escort München – Partysüchtige sind nicht in der Lage, auch mal alleine zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Das Leben nach der Partysucht beginnt mit einer Therapie, in der man hauptsächlich lernt, andere Hobbys zu finden und diese zu genießen. Wer ganz tief abgestürzt ist, für den ist es unter Umständen lebensnotwendig, sich um eine neue Wohnung und ein neues soziales Umfeld zu bemühen. Man muss lernen, Ruhe erträglich zu finden und den Wert von persönlichen Beziehungen, von Familie, wirklicher Freundschaft und den kleinen Freuden des Alltags wieder zu entdecken – kleine Freuden, die aber sehr viel mehr Wert sind als flüchtige, hektische Partybeziehungen und -kicks.

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